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Wundversorgung bei Diabetes: Warum ist Vorbeugung entscheidend?

  • 30. März
  • 2 Min. Lesezeit

Diabetisches Geschwür (Ulzeration) am Fuß gehört zu den häufigsten und zugleich schwerwiegendsten Komplikationen bei Diabetes. Es tritt bei etwa 15 % der Patientinnen und Patienten mit Diabetes auf und entsteht am häufigsten an der Fußsohle – an Stellen mit langfristigem Druck oder Reibung.


Dieses Problem sollte keinesfalls unterschätzt werden. Bis zu 6 % der Menschen mit einem diabetischen Geschwür müssen wegen einer Infektion oder weiterer Komplikationen hospitalisiert werden. Noch schwerwiegender ist die Tatsache, dass 14–24 % der Patientinnen und Patienten mit einem solchen Geschwür eine Amputation eines Teils der unteren Extremität erleiden. Dem Geschwür gehen nämlich bis zu 85 % aller mit Diabetes verbundenen Amputationen voraus.


Wer ist am stärksten gefährdet?

Ein diabetisches Fußgeschwür kann sich bei jedem Menschen mit Diabetes entwickeln – unabhängig vom Alter oder vom Diabetes-Typ. Ein erhöhtes Risiko haben vor allem:

  • Patientinnen und Patienten, die Insulin verwenden,

  • Menschen mit diabetischer Schädigung der Nieren, Augen oder des Herzens,

  • Personen mit langjährigem Diabetes,

  • Patientinnen und Patienten mit Übergewicht, Raucherinnen und Raucher sowie Menschen, die regelmäßig Alkohol konsumieren.


Warum entstehen Geschwüre?

Die Entstehung diabetischer Geschwüre ist das Ergebnis einer Kombination mehrerer Faktoren:


  • Neuropathie – Nervenschädigung infolge eines langfristig erhöhten Blutzuckerspiegels führt zu verminderter Empfindlichkeit (der Patient spürt weder Druck noch Reibung oder kleine Verletzungen),

  • Fußdeformitäten – Hammerzehen, Hallux valgus oder andere Veränderungen verändern die Druckverteilung auf den Fuß,

  • Schlechte Durchblutung – eine unzureichende Blutversorgung des Gewebes verlangsamt die Wundheilung,

  • Reizungen und Mikrotraumen – ungeeignetes Schuhwerk, ein Steinchen im Schuh oder kleine Verletzungen können unbemerkt zu einem schweren Geschwür führen,

  • Dauer des Diabetes – je länger der Diabetes besteht, desto höher ist das Risiko von Komplikationen.


Gefäßerkrankungen wie diabetische Angiopathie oder periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) verschlechtern die Durchblutung des Gewebes und verlangsamen die Wundheilung. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel schwächt zudem die Fähigkeit des Organismus, Infektionen zu bekämpfen, was das Risiko schwerwiegender Komplikationen deutlich erhöht.


Kann man der Entstehung von Geschwüren vorbeugen?

Ja – Studien bestätigen, dass sich die meisten diabetischen Geschwüre durch richtige Vorbeugung verhindern lassen. Entscheidend ist:


  • Tägliche Kontrolle der Füße – achten Sie auf Rötungen, Blasen, Hautveränderungen, Druckstellen oder Risse,

  • Tragen von geeignetem Schuhwerk – idealerweise Gesundheitsschuhe in der richtigen Größe und Breite,

  • Verwendung diabetischer Einlagen – sie verringern den Druck auf Risikostellen,

  • Regelmäßige Besuche beim Podiater oder Podologen – eine Fachperson beurteilt den Zustand der Haut, Nägel und Risikozonen,

  • Pflege der Fußhaut – regelmäßiges Eincremen und Versorgen trockener Stellen,

  • Kontrolle des Blutzuckers – ein stabiler Blutzuckerspiegel verbessert die Fähigkeit des Körpers, Wunden zu heilen, erheblich.


Was tun bei Verdacht auf ein Geschwür?

Wenn Sie eine offene Wunde, Rötung, Schwellung, eine warme Stelle oder Sekret bemerken, kontaktieren Sie unverzüglich eine Fachperson. Eine frühzeitige Behandlung senkt das Risiko schwerwiegender Komplikationen deutlich.


Fazit: Vorbeugung ist die beste Behandlung

Ein diabetisches Fußgeschwür ist nicht nur eine kleine Unannehmlichkeit – es ist ein ernstes Risiko, das bis zur Amputation führen kann. Die gute Nachricht ist, dass sich seine Entstehung in den meisten Fällen verhindern lässt. Die Grundlage sind geeignetes Schuhwerk, konsequente Hygiene und regelmäßige fachliche Betreuung.Vergessen Sie nicht: tägliche Kontrolle und Vorbeugung können Ihnen nicht nur den Fuß, sondern auch Ihre Gesundheit retten.

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